Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch einen richtungslosen Handelstag kaum verändert beendet. Der Leitindex SMI erreichte zwar am späten Vormittag noch ein neues Rekordhoch, fiel dann aber am Nachmittag mit einer schwächelnden Wall Street zeitweise ins Minus. Nach dem starken Jahresstart seien die Investoren wieder vorsichtiger geworden, hiess es im Handel.
Weiterhin liessen die geopolitischen Spannungen um Venezuela sowie um Grönland die Investoren kalt. Auch Inflationsdaten aus der EU hatten nur wenig Einfluss: Die Jahresteuerung von 2,0 Prozent liege punktgenau im Zielkorridor der EZB, hiess es. Im Fokus der Anleger bleibt derweil der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht. Laut den am Mittwoch vorgelegten ADP-Zahlen ist die Zahl der Beschäftigten in der US-Privatwirtschaft etwas schwächer angestiegen als erwartet.
Der SMI schloss um 0,01 Prozent im Plus auf 13'324,03 Punkten, nachdem er kurz vor Mittag einen neuen Rekordstand bei 13'394 Punkten erreicht hatte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, schloss unverändert bei 2162,53 Punkten, während der breite SPI 0,17 Prozent auf 18'384,45 Punkte gewann. Im SLI schlossen je 14 Titel im Plus respektive im Minus, zwei gingen unverändert aus dem Handel.
Gestützt wurden die Indizes nicht zuletzt von Gewinnen der schwergewichtigen Pharmawerte Roche (+2,5%) und Novartis (+1,9%). Am Markt wurde von einer breiten Rotation aus den Titel von Tech-Aktien in Pharmawerte gesprochen. Dazu kämen Übernahmefantasien im Pharmasektor im Vorfeld eines bedeutenden Branchentreffens in den USA.
Die deutlichsten Gewinne im SMI/SLI entfielen auf Sandoz (+3,1%). Die Titel des Generikaherstellers wurden von einem "Overweight"-Rating und einem höheren Kursziel der Analysten der britischen Barclays gestützt.
Gewinne verzeichneten auch technologienahe Werte wie Logitech (+2,6%), die von einer bestätigten Kaufempfehlung und einem etwas erhöhten Kursziel durch Research Partners Unterstützung erhielten. Auch die Aktien des Chipindustriezulieferers VAT (+1,0%) legten zu.
Im Plus schlossen zudem die Titel des Telekomkonzerns Swisscom (+0,9%) nach Meldungen über eine Kooperation mit der italienischen Telekomgesellschaft TIM. Die Unternehmen wollen laut eigenen Angaben den 5G-Ausbau in Italien schneller voranbringen.
Durchzogen zeigten sich derweil Finanzwerte. So konnten die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär (+1,0%) den Tag im Plus beenden. Dagegen ging es mit den Aktien des Privatmarktspezialisten Partners Group (-0,1%) leicht abwärts, und auch die Titel der Grossbank UBS (-0,6%) schlossen nach dem Rücksetzer des Vortags erneut im Minus.
Nach unten gezogen wurden die Indizes von deutlichen Abgaben der Nestlé-Aktien (-2,1%), bei denen weiterhin ein Rückruf von Babynahrung zu reden gab. Dieser habe zwar nur geringe Auswirkungen auf den Umsatz des Lebensmittelkonzerns, meinte ein Analyst. Profitieren könne von der Nachricht aber wohl etwa der Kontrahent Danone.
Deutlich im Minus schlossen auch die Richemont-Aktien (-2,8%). Belastet wurden sie von einer zurückhaltenden Studie von Berenberg zum Luxusgütersektor, aber auch von vorsichtigen Aussagen des Sportartikelherstellers Nike zur Absatzsituation in dem auch für die Luxusgüterindustrie wichtigen chinesischen Markt. Swatch I gaben um 1,8 Prozent nach.
Schwach zeigten sich zudem die Versicherungswerte HelvetiaBaloise (-3,2%), Zurich (-3,3%) sowie Swiss Life (-3,4%). Im Handel wurde auf eine Studie der Deutschen Bank zum europäischen Versicherungssektor verwiesen: Diese habe zu Umschichtungen innerhalb des Sektors geführt.
Am breiten Markt schlossen die Basilea (+0,6%) leicht fester. Das Pharmaunternehmen kündigte eine Forschungsvereinbarung mit einem US-Biopharmaunternehmen zur Entwicklung eines neuartigen Breitband-Antimykotikums an.
Mit Kursgewinnen schlossen auch die Cicor-Titel (+2,4%). Wie am Nachmittag bekannt wurde, muss das Industrieunternehmen seine Pläne zum Kauf von TT Electronics begraben. Das Kaufangebot wurde vom TT-Verwaltungsrat unterstützt, nicht aber vom grössten Einzelaktionär.
tp/jb