Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst nach Grönland-Entspannung wieder im Plus

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22.01.2026 , 18:15:14

Zürich (awp) - Der SMI hat am Donnerstag nach vier Tagen mit Verlusten in Folge wieder zugelegt. Vor allem die Entspannung um den Grönlandkonflikt liess die Märkte durchatmen. US-Präsident Donald Trump hatte die angedrohten Zölle für diverse EU-Staaten wieder abgesagt und es zeichnet sich ein Kompromiss ab. Trump machte damit seinem Spitznamen als "TACO Man" ("Trump always chickens out") wieder alle Ehre, heisst es in diversen Kommentaren. Die Abkürzung ist inzwischen zu einem geflügelten Wort an den Märkten geworden, um die oft nur kurzlebigen Drohungen des US-Präsidenten zu beschreiben. Nach einer sehr positiven Eröffnung ging zunächst ein Teil der Gewinne im Nachmittagshandel wieder verloren. Mit der Eröffnung der US-Börsen sprang der Hoffnungsfunke dann wieder auf die hiesigen Märkte über. Auch andere europäischen Märkte erholten sich teils noch deutlicher vom doch nur kurzen Zollschock.

Die mit Spannung erwarteten US-Daten lösten am Nachmittag dagegen kaum Bewegung aus. Keine grossen Überraschungen gab es bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und der zweiten BIP-Schätzung. Auch Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben (PCE), dem bevorzugten Inflationsmass der US-Notenbank Fed, entsprachen grösstenteils den Prognosen. Bei der nächsten Zinsentscheidung in einer Woche gehen Marktbeobachter daher fest von konstanten Zinsen aus. Erst ab Mitte des Jahres steigt dann die Wahrscheinlichkeit für einen nächsten Zinsschritt wieder an, wie das Fed-Watch-Tool der CME-Group zeigt.

Der SMI schloss nach einem bewegten Handel 0,54 Prozent höher auf 13'228,40 Punkten. Sein Tageshoch hatte der bei 13'299 Punkten kurz nach US-Eröffnung markiert. Der 30 Titel umfassende SLI gewann 0,54 Prozent auf 2147,07 und der breite SPI 0,60 Prozent auf 18'315,84 Zähler. Im SLI legten 18 Werte zu und zehn gaben nach. Unverändert schlossen Givaudan und Helvetia Baloise.

Stark gefragt waren die Baustoffkonzerne Holcim (+3,0%) und Amrize (+1,9%). Auch andere Zykliker wie Kühne+Nagel (+1,7%) und Sika (+0,8%) zogen an. Die Werte erholten sich dabei vornehmlich wieder von den jüngsten Verlusten in Folge der US-Zolldrohungen.

Auf dem Kaufzettel standen auch Finanz- und Bankenwerte. So verbuchten Julius Bär, UBS und Partners Group Kursgewinne zwischen 1,8 und 1,3 Prozent. Sie profitierten dabei auch von einer Branchenstärke. Zudem stützte bei Julius Bär noch eine Kurszielerhöhung durch Kepler Cheuvreux. Bei Partners Group halfen erfreuliche Zahlen vom Konkurrenten EQT.

Gestützt wurde der Markt ebenfalls durch die defensiven Schwergewichte. Nach einer kleinen Schwächephase am frühen Nachmittag zogen Roche (GS +0,9%) und Novartis (+0,7%) noch spürbar an. Auch Nestlé (+0,3%) legten zu und erholten sich damit wieder etwas von den jüngsten Rückschlägen.

Die grössten Verluste verbuchten die im Medizinbereich tätigen Straumann (-1,1%), Galderma (-0,9%) und Alcon (-0,5%). Bei Alcon belasteten Händlern zufolge die schlechten Zahlen von Carl Zeiss Meditec. Galderma hatte am Vorabend das Ende der Partnerschaft mit Ipsen angekündigt.

Im breiten Markt sprangen Aryzta nach überraschend guten Zahlen und Prognosen um 12 Prozent auf 55,60 Franken an. Zudem berichten Händler von Deckungskäufen aus dem Lager der Leerverkäufer. Die Papiere erholten sich damit wieder etwas vom starken Einbruch im Oktober in Folge des plötzlichen CEO-Abgangs. Vom Kursniveau bei deutlich über 80 Franken noch Mitte 2025 sind sie aber immer noch weit entfernt.

Vom Kurseinbruch nach enttäuschenden Zahlen konnten sich auch DocMorris (+11%) deutlich erholen. In die andere Richtung ging es für Huber+Suhner (-7,0%) und Schlatter (-3,9%), die an den Märkten mit ihren Jahreszahlen enttäuschten.

cg/cf