Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch gemessen am SMI leicht im Plus geschlossen. Nach einem zurückhaltenden Vormittagshandel stieg der Leitindex nach der Veröffentlichung von US-Arbeitslosenzahlen am Nachmittag nur kurzfristig etwas deutlicher in die Gewinnzone. Gestützt wurde er im späten Handel dann vor allem von starken Pharmawerten. Der Gesamtmarkt war hingegen tendenziell leicht rückläufig.
In den USA wurden im Januar 130'000 Stellen geschaffen und damit rund doppelt so viele wie erwartet. Gleichzeitig ging die Arbeitslosigkeit überraschend zurück. Aus Sicht der US-Notenbank Fed seien die Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt damit zumindest weniger akut, hiess es bei Ökonomen: Eine Zinssenkung in den nächsten Monaten sei nun unwahrscheinlich geworden. Bei den Einzeltiteln standen Vermögensverwaltungsbanken im Fokus der Spekulationen wegen möglicher disruptiver Auswirkungen von KI.
Der SMI schloss 0,21 Prozent im Plus bei 13'547,08 Punkten. Der 30 Titel umfassende und gekappte SLI sank dagegen um 0,32 Prozent auf 2152,72 Zähler, wobei 14 seiner Titel höher und 16 tiefer schlossen. Auch der breite SPI schloss mit 18'984,41 Punkten (-0,04%) knapp im Minus.
Die stärksten Kursgewinne bei den Blue Chips gab es für die Swisscom-Aktien (+2,9%), die damit einmal mehr auf neue Mehrjahres-Höchstwerte stiegen. Beobachter sprachen von spekulativen Käufen im Hinblick auf die am Donnerstag anstehenden Jahreszahlen des Telekomkonzerns: Das Interesse dürfte dann vor allem dem Italien-Geschäft gelten.
Klar im Plus gingen aber auch die Titel des Pharmaschwergewichts Novartis (+1,7%) aus dem Handel. Der Konzern gab eine Erweiterung seines Portfolios für radioaktive Krebsbehandlung bekanntgab. Die Titel des Konkurrenten Roche (+1,6%) schlossen ebenfalls deutlich fester.
Fester waren etwa auch die Titel des US-Zementkonzerns Amrize (+0,8%). Diese erreichten am Mittwoch erneut neue Höchstwerte seit der Abspaltung von Holcim im Sommer 2025.
Abwärts ging es dagegen mit den Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (-0,9%), die seit längerem von den Sorgen um verunreinigte Babymilch belastet werden. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der französische Staat nun im Zusammenhang mit einem dritten Todesfall eines Säuglings ermittelt.
Die Sorgen um die disruptive Wirkung von Künstlicher Intelligenz (KI) verlagerten sich am Mittwoch auf die Vermögensverwalter, nachdem am Vortag vor allem Versicherungswerte von den KI-Sorgen betroffen waren. Unter Druck zeigten sich am Mittwoch etwa die Titel der Grossbank UBS (-2,8%) ebenso wie die Aktien von Julius Bär(-3,1%) oder der Partners Group (-3,5%).
Im Handel wurde auf ein KI-gestütztes Tool des Startups Altruist verwiesen, das bei Investment-, Steuer- und Vermögensverwaltungsstrategien Unterstützung bietet. "Mittlerweile kann KI durchaus Funktionen übernehmen, die lange Zeit menschlichen Beratern vorbehalten war", hiess es im Handel.
Schwächer schlossen die Aktien des Warenprüfkonzerns SGS (-3,8%) nach Zahlenvorlage, obwohl das Unternehmen bei seinen Angaben zum Umsatz und zur Profitabilität die Erwartungen übertraf. Händler erklärten dies allerdings vor allem mit Gewinnmitnahmen. So haben die Titel seit dem vergangenen Herbst rund 20 Prozent zugelegt.
Klare Verlierer unter den Bluechips waren aber die Aktien des Lift- und Rolltreppenherstellers Schindler (-10,3%). Analysten bezeichneten das Jahresergebnis 2025 als durchzogen. Auch eine Sonderdividende vermochte die Anleger nicht bei der Stange zu halten.
Am breiten Markt ging es mit den Titeln des Personaldienstleisters Adecco (-5,6%) deutlich abwärts. Laut Händlern wurden sie in Sippenhaft für schwache Zahlen des niederländischen Konkurrenten Randstad genommen. Dieser sorgte nicht zuletzt mit den Kommentaren zum Geschäftsverlauf im neuen Jahr für lange Gesichter.
Die Swissquote-Aktien (-6,8%) sanken derweil auf neue Jahrestiefs. Neben den KI-Diskussionen bei den Finanzunternehmen würden die Titel der Online-Bank nicht zuletzt auch durch das Kursdebakel bei den Kryptowährungen belastet, hiess es im Markt.
tp/uh