Aktien Schweiz Schluss: SMI macht nach Allzeithoch kehrt und schliesst tiefer

news

19.02.2026 , 18:15:14

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat nach vier Tagen mit Kursgewinnen am Donnerstag eine Pause eingelegt. Ängste vor einem Angriff der Vereinigten Staaten auf den Iran sorgten für Verunsicherung bei den Investoren. So zitierte der US-Sender CBS News informierte Quellen, wonach ranghohe nationale Sicherheitsbeamte Donald Trump mitgeteilt hätten, dass das Militär bereit sei, bereits am Samstag Angriffe auf den Iran durchzuführen. Der US-Präsident habe aber noch keine endgültige Entscheidung über einen möglichen Angriff getroffen.

Damit könnte die aktuelle Hausse zu Ende sein, die nun schon drei Wochen dauert, denn von den letzten 15 Börsentagen hat der Leitindex immerhin zwölf mit Gewinnen beendet. Als Stütze des SMI erwiesen sich am Donnerstag Nestlé, die angesichts der positiven Jahreszahlen deutlich Auftrieb erhielten. Dank des Nahrungsmittelgiganten hielt sich die Schweizer Börse markant besser als andere grosse Handelsplätze dies- und jenseits des Atlantiks.

Der SMI schloss um 0,05 Prozent tiefer bei 13'799,59 Punkten, nachdem er in der ersten Handelsstunde noch ein Allzeithoch bei 13'896 Punkten markiert hatte. Der 30 Titel umfassende SLI fiel wegen der stärker gekappten Gewichtung von Nestlé um 0,19 Prozent auf 2188,38 Zähler, während der breite SPI um 0,08 Prozent auf 19'020,19 Punkte nachgab. Im SLI gab es 18 Verlierer und zwölf Gewinner.

Unterstützung erhielt der Gesamtmarkt insbesondere von Nestlé (+3,9%). Der Nahrungsmittel-Hersteller hat mit seinen Wachstum im Schlussquartal die Erwartungen geschlagen. Zudem hat der Konzern ein neues Strategie-Update vorgestellt und auch Änderungen im Verwaltungsrat vorgenommen durch die Berufung unter anderem von Ex-SNB-Präsident Thomas Jordan. "Nestlé konnte für einmal Vertrauen bilden. Die letzten paar Male hatte es nach den Zahlen Absacker bei der Aktie gegeben", sagte ein Händler.

Die anderen beiden Schwergewichte Roche (-0,3%) und Novartis (-0,7%) gingen dagegen mit Verlusten aus dem Handel.

Im Kielwasser von Nestlé waren auch Lindt&Sprüngli PS (+2,7%) oder am breiten Markt Barry Callebaut (+2,0%) gefragt.

Alcon stiegen um 1,4 Prozent. JPMorgan hat die Aktien mit Blick auf die Zahlenveröffentlichung von kommender Woche auf die "Positive Catalyst Watch List" gesetzt.

Im Fokus standen auch Zurich, welche nach den Jahreszahlen 1,6 Prozent nachgaben, dies nach zuletzt vier Tagen mit steigenden Kursen. Die Zahlen zum Geschäftsjahr hatten zwar die Erwartungen übertroffen und wurden auch mehrheitlich positiv kommentiert. Allerdings relativierten Marktbeobachter das gute Ergebnis auch mit dem Hinweis auf Wetterglück. Die anderen Versicherer Helvetia Baloise, Swiss Re und Swiss Life gaben je 0,2 Prozent nach.

An der Spitze der Verlierer standen indes Partners Group (-5,1%), die mit Beginn des US-Handels immer tiefer abzusacken begannen. Im Markt herrsche Skepsis gegenüber dem disruptiven Einfluss der KI auf den Finanzsektor, sagte ein Händler. Da gehöre auch Partners Group dazu. Die Banktitel UBS (-2,0%) und Julius Bär (-0,8%) standen ebenfalls auf den Verkaufslisten. Allerdings hatten die Finanzwerte am Vortag kräftig zugelegt.

Abgestossen wurden auch Straumann (-2,3%). So hat etwa Morgan Stanley das Kursziel noch einmal gesenkt und die Einstufung "Underperform" bekräftigt. Bei Amrize (-1,6%) kam es nach dem Hoch vom Vortag (+13%) im Anschluss an die Jahreszahlen zu Gewinnmitnahmen.

Nach erneut schwachen Daten zum Uhrenexport im Januar fielen auch Richemont (-1,0%) und Swatch (-1,8%). Die Aktien von ABB (-1,0% auf 69,92 Fr.) sanken wieder unter die Marke von 70 Franken, welche sie vor einer Woche zum ersten Mal überschritten hatten.

Im breiten Markt verloren Cembra 6,3 Prozent. Grund dafür war laut Händlern der Jahresabschluss 2025, der in einigen Teilen enttäuscht hat. Sensirion (-7,5%) wurden nach einer Kurszielsenkung von Berenberg in den Keller geschickt.

jb/ys