PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - Europas Börsen haben sich am Dienstag erneut abwartend verhalten. "Die Anleger fokussieren sich weiter auf die Ereignisse im Nahen Osten und die Sperrung der Strasse von Hormus", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Broker CMC Markets. "Ein Barrel Öl notiert wieder über 100 US-Dollar und hält damit die steigenden Inflationserwartungen und Konjunkturängste am Leben", verwies er auf die Notierung der Nordseesorte Brent.
Der EuroStoxx 50 notierte am Mittag 0,1 Prozent höher mit 5.746,84 Punkten. Etwas besser sah es beim Schweizer SMI aus, der zuletzt um 0,5 Prozent auf 12.947,32 Punkte anzog. Der britische FTSE 100 tendierte ähnlich und gewann 0,6 Prozent auf 10.373,71 Punkte.
Die ungewisse Lage zeige sich auch an neuen Daten. "Der überraschend kräftige Rücksetzer des ZEW-Index im März spiegelt die hohe Unsicherheitswahrnehmung, ausgehend vom militärischen Schlagabtausch im Nahen Osten, wider", stellte Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research fest. Der Iran-Krieg hatte zu einem Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen geführt. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW sank gegenüber dem Vormonat um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Punkte.
Gut liefen erneut Versorger und Ölwerte, die vom Anstieg der Energiepreise profitierten. Am Dienstag stiegen die Ölpreise nach einem Rückgang zu Beginn der Woche wieder. Titel wie Eni und Enel waren daher mit Gewinnen von 2,8 und 2,5 Prozent gefragt.
Zu den stärkeren Sektoren gehörten auch die Versicherer. Laut Marktbeobachtern könnten die Rückversicherer bei einer länger anhaltenden Krise höhere Preise für kommerzielle Risiken verlangen. Munich Re legten um 1,5 Prozent zu, Swiss Re sogar um 2,1 Prozent. Verkauft wurden dagegen die export- und konjunktursensiblen Luxuswerte. So gaben Kering um 1,4 Prozent und LVMH um 1,6 Prozent nach./mf/men