Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst klar fester - Hoffnungen auf Kriegsende

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17.03.2026 , 18:15:12

Zürich (awp) - Nach einem Start mit leichten Verlusten hat der Schweizer Aktienmarkt am Dienstag deutlich fester geschlossen. "Die meisten Anleger haben sich offensichtlich dazu entschieden, die aktuelle Krise auszusitzen", hiess es in einem Kommentar.

Die leichte Aufwärtsbewegung habe hauptsächlich damit zu tun, dass es wieder etwas Bewegung im blockierten Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus gebe, sagte ein Marktbeobachter. Zudem würde die Israelis offenbar vorankommen bei ihrem strategischen Ziel eines Regimewechsels im Iran, indem sie weitere Führungsfiguren getötet hätten. Dies nähre die leise Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs.

Die Nervosität bleibt aber gross angesichts des gegenseitigen Beschusses der Kriegsparteien, der auch die Golfanrainerstaaten und Schiffe im Persischen Golf trifft. Der Ölpreis gab ganz leicht nach, blieb aber klar über der Marke von 100 Dollar pro Fass für die Nordseesorte Brent.

Denn Berichte über den Einsatz von Minen in der Strasse von Hormus dürften den Schiffsverkehr noch Monate behindern, erklärte ein Ölmarktexperte: "Das bedeutet, dass die Risikoprämie an den Ölmärkten bestehen bleiben wird."

Erst für Juni gebe es einen deutlichen Preisrückgang bei den Spotkontrakten für Brent-Öl auf 80 bis 85 Dollar je Fass. Das deute darauf hin, dass der Markt davon ausgehe, dass die USA erst im dritten Quartal eskortierte Konvois ermöglichen werden, so der Ölexperte.

Notenbanken rücken in den Fokus

Die gestiegenen Ölpreise wecken Konjunktur- und Inflationssorgen, zumal am Mittwoch und Donnerstag zahlreiche Notenbanksitzungen anstehen. So entscheidet die US-Notenbank Fed am Mittwoch über ihren Leitzins, am Donnerstag folgen die japanische Notenbank, die SNB, die Bank of England und die EZB mit ihren Leitzinsentscheidungen.

"Die zentrale Frage wird im Wesentlichen lauten, wie die Zentralbanken den Öl-Schock interpretieren werden", so ein Marktbeobachter. Der "geldpolitische Status quo" erscheine aber dabei das wahrscheinlichste Szenario.

SMI im Plus

In diesem Umfeld schloss der Schweizer Leitindex SMI 0,62 Prozent höher auf 12'962,41 Punkten. Auch an anderen europäischen Handelsplätzen - etwa Frankfurt oder Paris - ging es etwa im gleichen Ausmass aufwärts, während die US-Börsen etwas weniger Schwung haben.

Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte legte um 0,48 Prozent auf 2953,43 Punkte leicht zu, während der breite SPI um 0,58 Prozent auf 18'041,64 Zähler stieg.

Grösste Gewinner sind die Titel des Rückversicherers Swiss Re (+2,3%). Die Titel hatten seit Kriegsausbruch überdurchschnittlich nachgegeben. Laut Markbeobachtern könnten die Rückversicherer bei einer länger anhaltenden Krise höhere Preise für kommerzielle Risiken verlangen.

Dies zog die ganze Assekuranzbranche nach oben: Helvetia Baloise legten um 2,9 Prozent zu, Swiss Life um 1,8 Prozent und Zurich um 1,6 Prozent.

Techwerte profitieren

Ebenfalls gefragt waren Techwerte, die von positiven Aussagen von Nvidia-Chef Jensen Huang profitierten. Dieser rechnet mit Bestellungen im Wert von mindestens einer Billion Dollar für aktuelle KI-Chipsysteme des Konzerns bis Ende 2027. So legten VAT und Logitech (je +2,0%) klar zu.

Tecan gewannen gar 3,6 Prozent auf 259,20 Franken, weil der Laborausrüster mit Nvidia bei datengetriebenen Laboren zusammenspannt. Comet erhielten derweil Rückenwind von einer Ersteinstufung durch JPMorgan mit "Overweight" und einem Kursziel von 335 Franken.

Auch die zuletzt gebeutelten Partners Group (+2,0%) und UBS (+1,6%) zeigten Kursgewinne. Zudem stiegen die neu als Partizipationsscheine gehandelten Titel von Roche im Vergleich zum Vortagesschlusskurs 0,5 Prozent. Die anderen beiden Schwergewichte Nestlé und Novartis (je +0,3%) blieben unterdurchschnittlich.

Am Schluss der Tabelle lagen Kühne+Nagel, ohne dass Nachrichten vorlagen.

DocMorris vor Zahlen gesucht

Im breiten Markt waren DocMorris (+6,9%) gesucht vor den morgigen Zahlen. Leerverkäufer würden die jüngste Kursschwäche nutzen, um ihre Wetten gegen die Aktien zu schliessen, hiess es im Handel.

Avolta büssen 3,7 Prozent ein. Angeblich ist die Alibaba-Tochter Taobao China Holding dabei, Aktien des Reisedetailhändlers aus den eigenen Beständen zu platzieren.

jb/ls