Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit klaren Verlusten in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Einmal mehr sorgen die hohen Ölpreise für Verwerfungen. Diese waren in der Nacht auf neue Höchststände seit Beginn des Iran-Kriegs geklettert und heizen damit Inflations- und Konjunktursorgen weiter an. "Die Ölpreise überschatten derzeit alles", so denn auch der Tenor unter Händlern. Zudem konnten die Zahlen der Big-Techs die Investoren nicht vollends zufriedenstellen.
Daneben gibt es weitere Themen, die Anleger derzeit berücksichtigen müssen. Allen voran die Notenbanksitzungen. Nach unveränderten Leitzinsen in den USA wird selbiges nun von der EZB und der Bank of England am Nachmittag erwartet. Die Kommentare zur Einordnung der Inflation und den konjunkturellen Auswirkungen dürften indes auf die Goldwaage gelegt werden. "Das absolute Schreckenswort schwebt über dem Parkett - Stagflation", kommentierte ein Börsianer. Im Tagesverlauf stehen zudem eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten sowohl aus Europa als auch den USA an.
SMI rutscht unter 13'000 Punkte
Gegen 9.15 Uhr fällt der Leitindex SMI um 0,65 Prozent auf 12'946,75 Zähler und rutscht damit unter die psychologisch wichtige Marke von 13'000 Punkten. Fast alle der 20 Werte stehen im Minus. Der SMIM für die mittelgrossen Werte gibt um 0,34 Prozent auf 2921,32 nach und der breite SPI fällt um 0,54 Prozent auf 18'296,63 Punkte.
Die rote Laterne im SMI übernehmen Amrize (-6,6%). Der Baustoffhersteller hatte am Vorabend Zahlen vorgelegt. Analysten sprechen von gemischten Zahlen und kritisieren insbesondere die Gewinnentwicklung im kleineren Segments Building Envelope. Holcim (-1,5%) verlieren im Kielwasser ebenfalls etwas.
Schwäche zeigen auch die Aktien von Kühne + Nagel (-1,2%). Einerseits lastet eine Abstufung durch die ZKB auf der Stimmung, andererseits verdiente Konkurrent DHL mehr als erwartet. Bei UBS (-1,7%) geht es nach dem starken Kursplus in Reaktion auf die Zahlen vom Vortag nun wieder abwärts und Partners Group (-2,1%) setzen ihren Abwärtstrend ungebrochen fort.
Stabilisierend auf den Leitindex wirken derweil die Schwergewichte Nestlé (-0,6%), Novartis (-0,2%) und Roche (unv.), die sich im vorderen Mittelfeld halten. Die deefensiven Swisscom (+0,5%) halten sich ebenfalls vergleichsweise sehr gut. Logitech (+0,6%) legen nach den US-Techzahlen sowie vor eigenen Ergebnissen kommende Woche ebenfalls zu und stehen an der Spitze.
Zu den wenigen klaren Gewinnern zählen derweil in der zweiten Reihe Oerlikon (+3,1%) nach erfreulichen Zahlen zum Auftragseingang.
dm/uh