Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steht am Montag kurz vor dem Mittag im Minus, immerhin aber klar über Tagestief. Nach den vier freundlichen Handelstagen der Vorwoche geht es damit erstmals wieder bergab. Dabei hatte sich das Sentiment schon am Freitag eingetrübt, die starken Schwergewichte Nestlé und Roche hielten den Gesamtmarkt vor dem Wochenende aber noch knapp im Plus. Der Start in die neue Woche wird einerseits von weiter gestiegenen Ölpreisen geprägt und andererseits von den steigenden Renditen auf Staatsanleihen, denn die jüngsten Inflationsdaten haben die Ängste vor steigenden Zinsen wieder angefacht. Der rasche Ausverkauf von Staatsanleihen in wichtigen Ländern wie etwa den USA oder in Japan und der damit verbundene Anstieg der Zinsen seien derzeit die dominante Geschichte und gleichzeitig der wichtigste Treiber der Märkte, heisst es denn auch in einer Einschätzung der Onlinebank Swissquote.
Aus dem Nahen Osten gibt es derzeit kaum erfreuliche Nachrichten zu melden. Das Gipfeltreffen vor dem Wochenende zwischen den USA und China wurde insbesondere mit Blick auf den Iran-Krieg mit Enttäuschung aufgenommen. Und am Wochenende polterte US-Präsident Donald Trump erneut mit Drohungen in Richtung Iran, die Gegendrohungen folgten auf dem Fuss.
Der SMI steht um 10.55 Uhr 0,37 Prozent tiefer bei 13'171,37 Punkten. Von den 20 SMI-Werten geben 15 nach und 5 legen zu. Der SMIM mit den mittelgrossen Werten büsst 0,10 Prozent auf 2950,86 Punkte ein und der breite SPI 0,30 Prozent auf 18'625,71 Punkte.
Ölpreis weiter hoch, aber unter Tagestief
Der Ölpreis als Sorgenbarometer hat sich derweil übers Wochenende weiter verteuert, allerdings noch nicht auf ein dramatisches Niveau. Derzeit liegt der Preis für ein Fass der Sorte Brent bei gut 110 US-Dollar, womit er immerhin wieder etwas günstiger ist als in der Spitze mit 112 Dollar. Am Freitag notierte er mehrheitlich noch unter 110 Dollar.
Die grössten Verluste erleiden aktuell Holcim (-2,5% oder -1,78 Fr.), wobei der Titel Ex-Dividende von 1,70 Fr. gehandelt wird. Am vergangenen Freitag waren die Aktien aufgrund der sich verstärkenden Konjunktursorgen bereits um über 5 Prozent eingebrochen.
Weitere baunahe oder sonst konjunktursensitive Werte wie Amrize (-1,9%), Geberit (-1,4%), Sika (-1,6%) oder Richemont (-1,6%) sowie Kühne+Nagel (-1,9%) werden ebenfalls verkauft.
Lonza (-0,8%) befinden sich nur noch knapp über dem Jahrestief bei 454,60 Franken vom März. Mit den Aktien geht es seit rund vier Wochen mehrheitlich abwärts. Eine bestätigte Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank hilft derzeit kaum.
Die besten SMI-Werte sind Swiss Re (+0,7%) und Zurich (+0,5%). Beide Versicherer knüpfen damit an den nach einer schwächeren Phase zuletzt positiven Trend an. Im SLI ziehen auch Helvetia Baloise (+0,1%) etwas an, wogegen Swiss Life (-0,3%) leicht zurückfallen, sich damit aber ebenfalls besser als der Gesamtmarkt halten. Swiss Life wird noch in der laufenden Woche über das erste Quartal berichten.
Die ebenfalls im SLI gelisteten Sonova (+2,7%) sind derzeit am stärksten gesucht, dies nach der Publikation der Jahreszahlen 2025/26. Die Analysten loben in ersten Kommentaren vor allem die Entwicklung im Kerngeschäft mit Hörgeräten und die Margenentwicklung im zweiten Halbjahr. Auch der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr kommt bei den Experten gut an.
Im breiten Markt verlieren Bystronic (-3,3%) deutlich. Die Aktie befand sich allerdings schon davor auf einem Mehrjahrestief.
Weitere Industrieaktien wie Skan (-3,1%), Montana Aerospace (-3,1%) oder SIG (-2,7%) stehen ebenfalls auf den Verkaufslisten.
cf/to