Aktien Schweiz Schluss: SMI im Minus - Iran und Zolldrohungen belasten

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03.06.2026 , 18:15:13

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch im Minus geschlossen. Die Entwicklung im Iran-Krieg sowie neue Zollankündigungen drückten auf die Stimmung der Investoren. Etwas Aufwind erhielten einige defensive Werte.

"Die jüngste KI-Euphorie kann die geopolitischen Risiken rund um den weiterhin ungelösten Iran-Konflikt offenbar nur noch partiell überdecken", fasste es ein Marktbeobachter zusammen. Nachdem Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte zuletzt phasenweise für eine bessere Stimmung gesorgt hatten, dominierten nun wieder die Pessimisten. Dafür sprachen auch wieder steigende Ölpreise.

Mit den neuen Zollandrohungen gegen rund 60 Handelspartner - darunter die Schweiz - trübte sich die Stimmung an der Börsen zusätzlich ein. Zudem sorgen die hohen Bewertungen im Technologiesektor für ein immer grösseres Fragezeichen, was zum Teil Gewinnmitnahmen auslöste. Nach positiven Konjunkturdaten aus den USA rückt nun der offizielle Arbeitsmarktbericht am Freitag in den Fokus.

Schock bei Partners Group

Der Swiss Market Index (SMI) schloss zur Wochenmitte 0,66 Prozent tiefer bei 13'218,32 Punkten. Von den 20 SMI-Aktien gaben 14 nach. Der SMIM der mittelgrossen Werte verlor 0,26 Prozent auf 2976,77 Punkte und der breite SPI 0,60 Prozent auf 18'739,30 Punkte. Auch die europäischen Börsen in Frankfurt oder Paris schlossen im Minus, während es an der Wall Street ebenfalls bergab geht.

Unter den Blue Chips brachen Partners Group (-16,3%) regelrecht ein. Auslöser war ein Bericht, wonach der Privatmarktspezialist die Rücknahmen bei einem seiner Private-Equity-Fonds eingeschränkt hat. Auch Branchenvertreter aus den USA gaben in der Folge um bis zu 4,5 Prozent nach.

Bei Tech-Titeln wie Logitech (-5,2%), VAT (-1,1%) oder AMS Osram (-1,3%) kam es nach den starken Vortagesgewinnen zu Gewinnmitnahmen. Im Plus hielten sich jedoch am breiten Markt Inficon (+3,4%), Comet (+0,7%) und Sensirion (+0,5%).

Die beiden Uhrenkonzerne Richemont (-1,5%) und Swatch (-3,2%) gaben ebenfalls ihre Vortagesgewinne ab, die sie den Exportdaten verdankten. Beide Titel hatten zuletzt kräftig hinzugewonnen, Swatch erreichten am Vortag sogar ein neues Hoch seit Anfang 2024.

Defensive Schwergewichte stützen

Die defensiven Schwergewichte, darunter die Pharmariesen Roche (+0,6%) und Novartis (+0,5%), stützten den SMI. Diese hatten zuletzt an Wert verloren. Auch Nestlé (-0,6%) hielten sich etwas besser als der Gesamtmarkt. Die Titel des Pharmazulieferers Lonza (-1,5%) wurden derweil nach einer Kurszielsenkung durch HSBC verkauft.

Zu den Gewinnern gehörten zudem Geberit (+0,6%) nach Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms.

Im breiten Markt profitierten Implenia (+7,6%) von Schätzungserhöhungen des gestrigen Investoren-Events. Bei Sulzer (+5,7%) zog eine Kurszielerhöhung durch Jefferies grössere Käufe nach sich, während DocMorris (+4,2%) von positiven Entwicklungen im deutschen Apothekenmarkt profitierten.

Im grösseren Stil verkauft wurden dagegen die Titel der SMG Swiss Marketplace Group (-5,2%) und von Klingelnberg (-5,6%). Bei Interroll (-5,0%) bremsten vorsichtigen Aussagen der UBS nach einem Investorenanlass mit dem CEO und CFO. Und bei Züblin (-9,1%) kamen Neuerungen im Verwaltungsrat schlecht an.

ls/rw