Presseschau vom Wochenende 25 (20./21. Juni)

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21.06.2026 , 17:26:33

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende. Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:

STAHLZÖLLE: Im Streit um hohe Zölle auf Schweizer Stahl bahnt sich eine Einigung mit der EU an. "Ich gehe davon aus, dass wir eine für beide Seiten gute Lösung finden", sagte EU-Botschafter Andreas Künne im Interview mit dem "Sonntagsblick". Europa werde von hochsubventioniertem und daher billigem Stahl aus Übersee überflutet. Davor müsse sich die EU schützen. "Zwischen der Schweiz und der EU laufen dazu intensive Gespräche, und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ein gutes Ergebnis finden", so der EU-Botschafter. Ausserdem müsse man mittelfristig besprechen, "wie wir uns gemeinsam vor dieser weltweiten Überproduktion und vor Dumpingpreisen schützen können". (SoBli, S. 22-23)

PHARMAFONDS: Ein neuer Fonds soll laut der "Sonntagszeitung" Pharmafirmen zusätzliche Vergütungen für neue Medikamente ermöglichen. Die Mittel sollen neue Therapien in der Schweiz ermöglichen, ohne die Krankenkassenprämien zu belasten. Die Kantone sollen in den Fonds einzahlen, die Grösse des Fonds sei noch unklar. Hintergrund seien Befürchtungen der Pharmaindustrie, dass tiefe Schweizer Medikamentenpreise wegen der Preispolitik von US-Präsident Donald Trump negative Folgen für das Geschäft in den USA haben könnten. Der Vorschlag stamme vom runden Tisch "Life Sciences-Standort" mit Vertretern von Bund, Kantonen und Pharmaindustrie. (SoZ, S. 33-34)

UBS: Viele Regionalbanken befürworten laut der "Schweiz am Wochenende" neue Eigenkapitalauflagen für die UBS. Sie hätten kein Verständnis für den Widerstand der Grossbank. "In der Regionalbankenszene schüttelt man nur noch den Kopf", sagte Markus Boss, CEO der Regiobank Solothurn, der Zeitung. Jede Regionalbank habe - gemessen an der eigenen Bilanzsumme - auch mit den neuen Auflagen des Bundesrats deutlich mehr hartes Eigenkapital als die UBS, sagte er. Auch der Chef der Bernerland Bank stellt sich gemäss der Zeitung hinter die Pläne des Bundesrats. (SaW, S. 11)

ON: Die Co-Chefs Caspar Coppetti und David Allemann der Zürcher Laufschuhfirma On verteidigten im Interview mit der "NZZ am Sonntag" ihr Festhalten am Schweizerkreuz trotz Auslandproduktion. "Es gibt in der Schweiz einen breiten Konsens - bei Universitäten, Hightech-Unternehmen, Dienstleistern und auch in der Industrie -, dass ein grosser Teil der Wertschöpfung in der Schweiz aus der Innovation kommt", sagte Coppetti. Auch viele in der Bundesverwaltung und im Parlament stimmten zu, dass das Schweizerkreuz auch für Geistesarbeit stehen soll. "Das geltende Recht sieht das auch so." Laut Allemann ist dies umso wichtiger, da Innovation "die Zukunftsindustrie" der Schweiz sei. (NZZaS, S. 35-37, siehe separate Meldung)

SWISSCOM: Laut dem "Sonntagsblick" ist der Anteil der 50-Jährigen bei Swisscom von 2022 bis 2025 von 35,9 Prozent auf 31 Prozent gefallen. Dies zeigten die Nachhaltigkeitsberichte. Laut Insidern herrsche generell Angst unter älteren Mitarbeitenden. Gewisse Personen sprächen von einer "systematischen Benachteiligung älterer Angestellter". Eine Sprecherin wies die Vorwürfe gegenüber der Zeitung zurück: "Diskriminierung - auch aufgrund des Alters - wird bei uns nicht toleriert." Die Personalpolitik sei darauf ausgerichtet, die "Beschäftigungsfähigkeit" aller Mitarbeitenden unabhängig ihres Alters langfristig zu sichern. Der technologische Wandel verändere derzeit zwar Rollenprofile, dies betreffe aber sämtliche Mitarbeitende. Interne Daten zeigten, dass der Abbau über "alle Alterssegmente proportional zur Altersstruktur" in den betroffenen Bereichen erfolge. (SoBli, S. 28-29)

MIGROS/DENNER: Der frühere Denner-Besitzer Philippe Gaydoul hat laut der "NZZ am Sonntag" die Entwicklung des Discounters unter der Migros kritisiert. "Viele Läden sehen fast so aus wie vor bald 20 Jahren. Es wurde kaum investiert - weder in Filialen noch in neue Technologien wie Self-Scanning, die für Discounter interessant wären", sagte er. Zudem sei das Sortiment zu stark ausgebaut worden. Migros und Denner wiesen die Kritik zurück. Sie verwiesen auf Investitionen von mehr als 400 Millionen Franken in Filialen, IT und Verteilzentren. (NZZaS, S. 39)

AESCHBACH: Der Luzerner Schokoladenhersteller Aeschbach Chocolatier muss gemäss dem "Sonntagsblick" einen Teil seines Gewinns an die Behörden abgeben. Dies habe das Bundesgericht entschieden. Für das Museum, das Café und den Eventbereich habe die Firma 2021 Härtefallhilfen von insgesamt 204'455 Franken erhalten. Allerdings erzielte das Unternehmen im gleichen Jahr einen Gewinn von rund 700'000 Franken. Daher forderten die Behörden die Gelder zurück. Aeschbach argumentierte, die Unterstützung sei nicht an die Firma als Ganzes, sondern nur an drei Sparten gegangen. Diese hätten einen Verlust von fast 300'000 Franken erzielt. Für die Bundesrichter reichte dies nicht. Geschäftsführer Jürg Rogenmoser sagte gegenüber der Zeitung, das Urteil sei zwar nicht im Sinne seiner Firma ausgefallen, es schaffe aber die gewünschte Rechtssicherheit. Ausserdem seien die Härtefallgelder bereits im letzten Jahr vollständig zurückbezahlt worden. (SoBli, S. 10)

ELLEXX: Das Zürcher Fintech-Start-up Ellexx sieht sich trotz eines kumulierten Bilanzverlusts per Ende 2025 von 4,3 Millionen Franken auf gutem Weg zum Break-Even. "Die Profitabilität ist in Sichtweite", sagte CEO und Mitgründerin Patrizia Laeri gegenüber der "NZZ am Sonntag". Die Verluste seien durch hohe IT-Investitionen, insbesondere für eine App, entstanden. Diese sei nun entwickelt, weshalb die Kosten sinken dürften. Zudem generiere Ellexx "im Unterschied zu vielen Fintechs" bereits laufende Einnahmen, hauptsächlich durch Mitgliedschaften.(NZZaS, S. 41)

BAZG: Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hat laut der "NZZ am Sonntag" im vergangenen Jahr 1456 gefälschte Dokumente entdeckt. Die Zeitung berichtet von vermehrten Missbrauchsfällen bei der Arbeitsmigration und der Personenfreizügigkeit. Dabei würden Personen unter anderem mit Scheinarbeitsverträgen, Scheinfirmen oder gefälschten EU-Ausweisen Aufenthaltsbewilligungen in der Schweiz erlangen. Am häufigsten würden die Behörden Fälschungen aus Osteuropa feststellen. Der Verband der Schweizer Einwohnerdienste habe deshalb ein Ausweis-Kontroll-Kit lanciert. (NZZaS, S. 13)

PATRIOT: Das von der Schweiz beschaffte Patriot-Luftverteidigungssystem ist laut einem Experten in der "Sonntagszeitung" gegen ballistische Raketen aus Russland oder dem Iran "praktisch nutzlos". Werde die Schweiz aus einer Distanz von 2000 bis 3000 Kilometern angegriffen, sei die Abfangwahrscheinlichkeit sehr gering, sagte Timur Kadyshev, Raketenabwehrexperte an der Universität Hamburg. Patriot sei primär auf die Abwehr ballistischer Kurzstreckenraketen ausgelegt und könne nur begrenzte Gebiete schützen. Das Verteidigungsdepartement (VBS) räumte selbst ein, dass Patriot die Bevölkerung nur "in begrenztem Umfang" schützen könne. Auch ein zweites Abwehrsystem, über das möglicherweise bereits am Mittwoch entschieden werde, löst das Problem gemäss Kadyshev nicht. (SoZ, S. 7)

SCHWEIZ-CHINA: Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) sieht laut der "NZZ am Sonntag" Risiken bei Städtepartnerschaften zwischen Schweizer und chinesischen Gemeinden. China könne solche Beziehungen nutzen, um Einfluss auf lokale Behörden zu nehmen und Druck auszuüben, schrieb die Zeitung unter Berufung auf gut informierte Kreise. Gemäss dem NDB könnten Gemeinden mit Partnerschaften zu chinesischen Städten etwa bei Taiwan- oder Tibet-Fragen unter Druck geraten. Städte wie Basel erklärten zwar, keine Versuche der Einflussnahme festgestellt zu haben. Im Bundesparlament wachse dennoch die Skepsis gegenüber China. "Langsam stellt sich schon die Frage, ob man das Handelsabkommen mit China wirklich aktualisieren sollte", sagte Nationalrat Gerhard Pfister. (NZZaS, S. 17)

10-MILLIONEN-SCHWEIZ: Hinter mutmasslich koordinierten Online-Kampagnen zur 10-Millionen-Initiative vermuten Behördenkreise laut der "Schweiz am Wochenende" Akteure aus der rechtsextremen Szene. Hinweise auf eine staatlich gesteuerte Einflussoperation aus dem Ausland gebe es dagegen nicht. Gegner der Initiative, die Beiträge auf Social Media veröffentlicht hätten, berichteten von zahlreichen gleichlautenden Kommentaren sowie ähnlichen Bildern und Parolen. Laut Bund wurde keine staatlich koordinierte und gross angelegte Beeinflussungskampagne gegen die Abstimmung festgestellt. Nach Informationen der Zeitung führten die Spuren ins Inland. (SaW, S. 5)

BARGELD: Die parteilose Berta Caminada hat laut "Blick" und "Südostschweiz" eine kantonale Initiative für Bargeldzahlungen bei staatlichen und staatsnahen Leistungen lanciert. Die Initiative verlange, dass in Graubünden weiterhin auch mit Bargeld bezahlt werden könne, etwa in Postautos, an Parkautomaten oder bei öffentlichen Toiletten. Digitale Zahlungsmöglichkeiten sollten bestehen bleiben, Bargeld dürfe jedoch nicht verschwinden. (Blick.ch/Suedostschweiz.ch)

CRANS-MONTANA: SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor hat laut dem "Sonntagsblick" ein Schiedsgericht zur Entschädigung der Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana vorgeschlagen. Dieses solle an die Stelle des vom Bund angekündigten runden Tischs treten und rasch verbindliche Entscheide ermöglichen. Das Konzept sei vom Ständigen Schiedshof in Den Haag gutgeheissen worden. Wie beim runden Tisch wäre die Teilnahme freiwillig, das Schiedsgericht könnte jedoch vom Bund moderiert werden. (SoBli, S. 14-15)

PRO NATURA: In den vergangenen Monaten kam es laut der "Schweiz am Wochenende" beim Umweltverband Pro Natura zu vier Kündigungen mit Freistellungen. Betroffen davon sei auch ein Geschäftsleitungsmitglied gewesen. In Champ-Pittet hätten Mitarbeitende zudem nach einer Entlassung einen Protestbrief verfasst. Laut der Medienstelle kam es im vergangenen Jahr aus verschiedenen Gründen zu "einzelnen Kündigungen". Diese hätten "teilweise zu Unruhe geführt". In den betroffenen Situationen habe Pro Natura versucht, tragfähige Lösungen zu finden. Das sei in diesen Fällen leider nicht gelungen. (SaW, S. 7)

ls/