Aktien Schweiz: SMI tritt nach Zahlenflut auf der Stelle

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21.07.2026 , 11:30:17

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Dienstag trotz des ungelösten Konflikts zwischen den USA und dem Iran wenig verändert. Während die geopolitische Lage die Anleger weiterhin vorsichtig stimmt, sorgt die auf Hochtouren laufende Berichtssaison für deutliche Kursausschläge bei zahlreichen Einzelwerten. Gestützt wird der Leitindex dabei vor allem von den Kursgewinnen bei Novartis nach Halbjahreszahlen.

Die Militärschläge der USA im Iran halten seit nunmehr zehn Nächten an, gleichzeitig laufen die diplomatischen Bemühungen um eine Waffenruhe weiter. Welche Entwicklung letztlich die Oberhand gewinne, lässt sich derzeit nicht verlässlich abschätzen, so ein Marktbeobachter. Die Nordseesorte Brent fiel wieder unter die Marke von 90 US-Dollar und notiert aktuell bei 88,94 Dollar (-1,2%).

Vor diesem Hintergrund fehlen den Anlegern weiterhin klare Orientierungspunkte bei den geopolitischen Entwicklungen. Entsprechend richtet sich der Fokus verstärkt auf die Berichtssaison und die fundamentalen Daten. Auffällig sei dabei die hohe Spreizung der Kursreaktionen, wobei gute Resultate belohnt und Enttäuschungen stark abgestraft würden, heisst es in einem Kommentar.

Novartis stützt, Nestlé belastet

Der Leitindex SMI gewinnt gegen 11.00 Uhr 0,07 Prozent auf 14'264,65 Punkte. Von den 20 Blue Chips stehen allerdings lediglich sechs im Plus. Der Mid-Cap-Index SMIM verliert 0,52 Prozent auf 3096,94 Punkte, während der breite SPI bei 20'036,33 Zählern praktisch unverändert notiert.

Eine wichtige Stütze für den Leitindex sind Novartis (+2,3%). Nach einem verhaltenen Start legen die Titel deutlich zu, nachdem der Pharmakonzern mit einer starken Gewinnentwicklung im ersten Halbjahr überzeugt hat. Ebenfalls gefragt sind Logitech (+1,5%) sowie ABB (+1,2%), die einen Teil ihrer jüngsten Verluste wettmachen.

Am anderen Ende des Tableaus stehen Alcon (-2,5%). Belastend wirkt zudem das Schwergewicht Nestlé (-1,0%), das den positiven Einfluss von Novartis teilweise wieder neutralisiert und auch Roche PS (-0,4%) können nicht von den Novartis-Zahlen profitieren.

Unternehmenszahlen bewegen

In der zweiten Reihe geraten Schindler (-5,8%) nach den Zahlen deutlich unter Druck. Analysten bemängeln insbesondere das nur verhaltene Wachstum im zweiten Quartal. Ebenfalls schwach präsentieren sich Swatch (-2,2%), nachdem der Uhrenkonzern mit der Gewinnentwicklung die Erwartungen klar verfehlt hat.

Auch Julius Bär (-4,0%) geben trotz eines Rekordgewinns zum Halbjahr nach, wobei auch Gewinnmitnahmen nach der starken Kursentwicklung eine Rolle spielen dürften. Auch Also (-3,9%) werden nach insgesamt guten Jahreszahlen verkauft. Seit dem Tief von Mitte Februar steht aber immer noch ein Plus von über 40 Prozent zu Buche. Bei Lindt & Sprüngli (-1,8%) stösst vor allem die rückläufige Volumenentwicklung auf Skepsis.

Techwerte gefragt

Zu den Gewinnern im breiten Markt zählen Bossard (+8,4%), die mit überraschend starken Halbjahreszahlen überzeugen. Bachem (+9,0%) springen nach einem Grossauftrag deutlich nach oben. Positive Analystenkommentare verleihen zudem Georg Fischer (+2,2%), Huber+Suhner (+2,6%) und Belimo (+4,6%) Auftrieb.

Ebenfalls gesucht sind die Halbleiterwerte VAT, Comet und Inficon mit Kursgewinnen von jeweils mehr als drei Prozent. Sie profitieren von der freundlichen Stimmung im Technologiesektor, nachdem bereits in Asien KI- und Halbleiteraktien deutlich zugelegt hatten.

Klarer Spitzenreiter im breiten Markt ist Centiel (+17,4%) nach einer Kaufempfehlung der UBS. Trotz des kräftigen Kurssprungs machen die Titel damit allerdings nur einen Teil ihrer jüngsten Verluste wett.

an/cg