Aktien Europa Schluss: Erholung dank Ölpreis - US-Inflation stört nicht

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11.09.2026 , 18:18:08

PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Freitag etwas von ihren Vortagesverlusten erholt. Ermöglicht wurde dies durch den Ölpreis, der nach seiner jüngsten Rally etwas zurückkam. Entlastung brachte, dass der Iran und die Staaten am Persischen Golf nach dem Wochenende über die umkämpfte Strasse von Hormus sprechen wollen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,90 Prozent höher bei 6.325,13 Punkten, konnte damit ein Wochenminus aber nicht mehr abwenden. Dieses war letztlich gut ein Prozent gross. Ausserhalb des Euroraums stieg der britische FTSE 100 um 0,39 Prozent auf 10.650,44 Zähler. In der Schweiz ging es für den Leitindex SMI um 0,26 Prozent auf 13.775,27 Punkte nach oben.

Von den US-Verbraucherpreisen kamen am Nachmittag zumindest keine Störfeuer. Die Inflation hat sich im August auf hohem Niveau nicht verändert und damit die Erwartungen erfüllt. Laut Tobias Basse von der NordLB zeigen sich damit "keine klaren Entlastungstendenzen". Der Experte glaubt, dass sie es den Gegnern einer Leitzinserhöhung im Fed-Kommitee sehr schwer machen werden, eine Straffung in der kommenden Woche noch zu verhindern.

Unter den Einzelwerten verloren die Titel von Novo Nordisk 3,4 Prozent, nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley die Aktie des dänischen Pharmakonzerns auf "Underweight" abgestuft hatte. Die Bewertung des Spezialisten für Diabetes- und Abnehmpräparate spiegle mittelfristig maue Wachstumsperspektiven noch nicht angemessen wider, schrieb Analyst Thibault Boutherin. Gleiches gelte für die Bedeutung des näher rückenden Patentauslaufs von Semaglutid.

An der Spitze der europäischen Sektoren konnten sich die Telekom- und Bankensektoren absetzen mit Kursanstiegen, die jeweils knapp 1,5 Prozent gross waren. Unter anderem von Novo Nordisk bedingt, gab der Gesundheitssektor auf der anderen Tabellenseite recht deutlich um 0,6 Prozent nach.

Noch etwas grössere Verluste gab es nur im Chemiesektor , der 0,9 Prozent an Wert verlor. Am Freitag äusserte sich der Keybanc-Analyst Salvator Tiano skeptisch zur Branche, in der die richtige Aktienauswahl wegen gegenläufiger Trends schwieriger werde. Dem kriegsbedingten Rückenwind stünden strukturelle Belastungen durch Überkapazitäten gegenüber. Aktien von BASF waren im EuroStoxx das Schlusslicht.

In Paris zogen die Alstom -Aktien um 2,4 Prozent an. Der französische Zugbauer hat Verträge im Wert von 1,2 Milliarden Euro mit der englischen Eisenbahngesellschaft TransPennine Express unterzeichnet./tih/nas