Aktien Europa: Weiter rückläufige Ölpreise stützen

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17.09.2026 , 12:09:06

PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - Die europäischen Börsen haben am Donnerstag leicht zugelegt und damit erneut von gesunkenen Ölpreisen profitiert. Angesichts der weiter bestehenden Risiken war die Kaufbereitschaft jedoch überschaubar.

Der EuroStoxx 50 stieg am Mittag um 0,58 Prozent auf 6.302,86 Punkte. Ausserhalb der Eurozone ging es ebenfalls leicht nach oben. Der britische FTSE 100 gewann 0,52 Prozent auf 10.744,40 Zähler, der Schweizer Leitindex SMI legte um 0,18 Prozent auf 13.893,04 Punkte zu.

Die US-Zinserhöhung vom Vorabend wurde differenziert aufgenommen. Einerseits drückte sie die strikte Haltung der Währungshüter aus. "Der Entscheid fiel einstimmig und unterstreicht die hawkische und disziplinierte Ausrichtung des Offenmarktausschusses", so Roger Rüegg, Leiter Multi Asset Solutions bei Swisscanto/ZKB. "Der neue Dot Plot, also die Prognose der Mitglieder, signalisiert mindestens einen weiteren Zinsschritt bis Jahresende sowie ein länger anhaltend höheres Zinsniveau, um die Inflation schneller in Richtung zwei Prozent zu bewegen."

Andererseits lobten Experten den Schritt. "Mit der Zinsanhebung gewinnt die amerikanische Notenbank nicht nur ein Stück ihrer zuletzt eingebüssten Glaubwürdigkeit bei der Inflationsbekämpfung zurück", betonte Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consorsbank. "Sie demonstriert damit auch politische Unabhängigkeit."

An der Spitze der Einzelsektoren lagen die Autowerte, die sich damit von den Vortagsverlusten erholten. Dabei kletterten Volvo Cars um 1,9 Prozent. Analyst Ross MacDonald von der Citigroup lobte die Aussagen vor dem Kapitalmarkttag des Autobauers. Diese hätten von Zuversicht bei Margen und Marktanteilen gezeugt. Die am Mittwoch deutlich gefallenen Aktien von Renault erholten sich unterdessen um drei Prozent.

Die vergleichsweise stabile Entwicklung der US-Halbleiterwerte wirkte sich positiv aus. Das Schwergewicht ASML legte mit 2,1 Prozent Aufschlag weiter deutlich zu. Unter den Telekomwerten präsentierten sich Nokia stark. Das Unternehmen hatte von einem Ausbau der Zusammenarbeit mit Microsoft berichtet. Die Aktie gewann 6,3 Prozent.

Unter den Einzelhandelswerten zogen Next um 0,7 Prozent an und reagierten damit auf die Aussichten für die weitere Geschäftsentwicklung. Die Analysten der Deutschen Bank lobten die Aussagen zum erwarteten Vorsteuergewinn. Das internationale Wachstum bleibe stark./mf/stk