Zürich (awp) - Die Chefs von Roche und Nestlé wollen ihre Konzerne nicht nach kurzfristigen Bewegungen des Aktienkurses steuern. Entscheidend seien eine langfristige Strategie und deren konsequente Umsetzung, sagten die CEOs Thomas Schinecker und Philipp Navratil in der am Sonntag ausgestrahlten TV-Sendung "Bilanz Standpunkte".
Nestlé-Chef Navratil sieht im Kursverlauf einen Spiegel der Strategieumsetzung. Der Konzern müsse dem Markt Quartal für Quartal zeigen, dass er wieder mehr Volumen verkaufen, innovativer werden und nachhaltig wachsen könne. "Und das hat natürlich Nestlé in den letzten Jahren nicht geliefert. Da ist klar, das widerspiegelt sich im Aktienkurs."
Tatsächlich hat an der Börse die Nestlé-Aktie in den vergangenen fünf Jahren rund einen Drittel ihres Werts eingebüsst. Allein seit Jahresbeginn beträgt das Minus gut 3 Prozent. Am Freitag schloss der Titel bei 76,27 Franken.
Bei Investoren herrsche Skepsis, ob Nestlé diese Ziele erreichen könne, räumte Navratil ein. Er zeigte sich aber überzeugt, dass der Konzern dazu in der Lage sei. Die Erholung werde allerdings nicht geradlinig verlaufen.
Den Kurs verfolgt der Nestlé-Chef dennoch nicht laufend. Navratil sagte, er schaue ihn "nicht jeden Tag" an. Kurzfristige Massnahmen zur Kurspflege lehnt er ab. "Deswegen mache ich mich nicht verrückt, dass ich den Aktienkurs angucke und dann kurzfristige Entscheidungen treffe." Sein Team konzentriere sich auf die Strategie, bessere Leistungsmessung und Innovation.
Ähnlich äusserte sich Roche-Chef Schinecker. "Und wenn man das macht, dann entwickelt sich das mit dem Aktienkurs ganz von alleine." Angesichts von Entwicklungszeiten von mehr als zehn Jahren für Medikamente dürfe Roche nicht täglich auf Kursbewegungen reagieren.
Die Roche-Titel entwickelten sich zuletzt deutlich besser. Seit Jahresbeginn legten sie knapp 9 Prozent auf 356,80 Franken zu. Über fünf Jahre steht ein Kursplus von rund 4 Prozent zu Buche.
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