Aktien Frankfurt: Dax sinkt leicht - Starker Ifo-Index hält Verluste in Grenzen

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24.09.2026 , 15:06:03

FRANKFURT (awp international) - Die steigenden Ölpreise haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag belastet. Die wichtigsten Aktienindizes weiteten ihre zur Wochenmitte erlittenen Verluste aus. Angesichts guter Nachrichten zur deutschen Konjunktur allerdings hielten sich die Verluste in Grenzen.

Der Dax gab bis zum frühen Nachmittag um 0,2 Prozent auf 25.352 Punkte nach. Zwischenzeitlich hatte der Leitindex bis zu ein Prozent eingebüsst und damit erneut die 100-Tage-Durchschnittslinie getestet. In der Vorwoche war der Dax bereits zeitweise unter dieses längerfristige Trendbarometer gerutscht, hatte sich dann aber gefangen. Der MDax der mittelgrossen Unternehmen verlor zuletzt 0,7 Prozent auf 30.995 Zähler.

Offenbar liegen die USA und der Iran in entscheidenden Fragen zur Wiederherstellung von Schiffstransporten durch die für den Ölhandel wichtige Strasse von Hormus nach wie vor weit auseinander. Die Aussicht, dass erhoffte Fortschritte auf dem Weg hin zu einer diplomatischen Lösung weiter auf sich warten lassen, habe die Ölpreise wieder nach oben getrieben, hiess es von Marktbeobachtern.

Die geopolitische Lage im Nahen Osten könnte vielmehr weiter eskalieren und auf andere Regionen übergreifen, wie aus Aussagen der Islamischen Revolutionsgarde hervorgeht, die von der iranischen Nachrichtenagentur Fars verbreitet werden. Damit kostete ein Fass der Nordseesorte Brent wieder klar mehr als 100 Dollar.

Im Fokus aber steht das Treffen zwischen dem US-Präsidenten Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping. Die bis November ausgesetzten zusätzlichen Zölle auf Importe chinesischer Waren werden unterdessen laut US-Finanzminister Scott Bessent um weitere zwei Monate aufgeschoben. Das sagte Bessent dem Sender Fox News zu Beginn eines dreitägigen Staatsbesuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington.

Derweil zieht die hiesige Wirtschaft aus Sicht führender Forschungsinstitute deutlich an. Im laufenden Jahr erwarten die Institute einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent. In ihrem Frühjahrsgutachten hatten die Institute noch mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Gleichwohl sprach der Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Oliver Holtemöller, eine Warnung aus: "Der Aufschwung steht auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten."

Zudem hat sich die vom Ifo-Institut erfasste Stimmung in der deutschen Wirtschaft im September trotz hoher Energiepreise stärker als erwartet verbessert. "Die deutsche Konjunktur erweist sich als widerstandsfähig gegen politische Ereignisse und hohe Ölpreise", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Eine kräftige Weltkonjunktur und eine Erholung in den Dienstleistungssektoren seien die Hauptursachen.

Wegen der Unsicherheit über die geopolitischen Konflikte und den Aufrüstungskurs der Regierungen mieden Anleger hierzulande und europaweit insbesondere Rüstungswerte. So fielen die Aktien von Rheinmetall um 2,7 Prozent. Hohe Auftragseingänge seien eingepreist, und nun verlagere sich der Fokus darauf, wie diese abgearbeitet werden, schrieb Analyst Jens-Peter Rieck von MWB Research. Im MDax büssten die Papiere von Renk und Hensoldt jeweils rund drei Prozent ein.

Im Nebenwerteindex SDax gewannen die Akten der Shelly Group 3,6 Prozent auf 66,70 Euro. Der Technologiekonzern Schneider Electric steht vor der Übernahme des Herstellers von intelligenten Elektro-Geräten. Die Franzosen unterbreiteten ein Übernahmeangebot von 70 Euro je Aktie.

Die Aktien von Verbio verloren zwei Prozent. Das Gewinnziel des Biokraftstoffherstellers hatte enttäuscht./la/stk

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---