Zürich (awp) - Die Aktien der Luxusgüterkonzern Richemont und Swatch stehen zum Ende der Börsenwoche stark unter Druck. Die Titel leiden am Freitag unter einer allgemeinen Branchenschwäche, nachdem internationale Konkurrenten mit ihren jeweiligen Zahlen enttäuschten.
Gegen 14 Uhr fallen Richemont um 4,9 Prozent auf 163,95 Franken und die Inhabertitel von Swatch um 3,6 Prozent auf 172,15 Franken zurück. Dabei ist Richemont Schlusslicht im SMI, der aktuell um 0,4 Prozent nachgibt. Bereits am Vortag waren Richemont um 1,8 Prozent und Swatch um 2,5 Prozent stärker als der Gesamtmarkt abgerutscht.
Im Handel wird auf eine allgemeine Branchenschwäche hingewiesen, wobei die Titel der Kering-Gruppe derzeit gar um 13 Prozent absacken. Die Gucci-Besitzerin tue sich schwer mit der Sanierung seines Geschäfts, so ein Analyst. Vor allem bei der Vorzeigemarke Gucci hätten sich noch kaum Anzeichen einer Stabilisierung des Geschäfts gezeigt.
Während der Gucci-Umsatz im dritten Quartal von einer anhaltenden Nachfrageschwäche in China belastet währungsbereinigt um 6 Prozent stärker als am Markt erwartet zurückging, wuchsen andere Kering-Marken wie Saint Laurent (YSL) oder Bottega Veneta. Der Gruppenumsatz sank damit auf vergleichbarer Basis bloss um 1 Prozent.
China-Nachfrage schwach
Entscheidend sei, wie Gucci in China zum Erfolg zurückkehre, heisst es weiter. Zugleich müsse Kering die angewachsenen Lagerbestände reduzieren und Filialen schliessen. Die schwache Stimmung im chinesischen Luxusgütergeschäft hatte sich bereits bei der Zahlenvorlage der im Lederwarensegment führenden Hermès (Aktie aktuell: -3,0%) am Donnerstag gezeigt.
Die enttäuschenden Abschlüsse von Kering und Hermès lassen an der Börse verstärkt Zweifel an der Geschäftsentwicklung von Richemont und Swatch Group aufkommen. Bereits vor gut zehn Tagen hatte Branchenprimus LVMH (Aktie: -1,0%) für das dritte Quartal zwar ein Wachstum (org. +1%) ausgewiesen, blieb damit aber ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Diese Woche wurde auch noch bekannt, dass der zur französischen LVMH zählende Schweizer Uhrenhersteller Zenith in Le Locle einen weitreichenden Stellenabbau plant.
Wie sich die Lage Richemont präsentiert, wird sich Mitte November zeigen, wenn der Konzern seine Halbjahreszahlen 2026/27 publiziert. Dem Genfer Konzern kam in der Vergangenheit zugute, dass sich das Schmuckgeschäft mit den Vorzeigemarken Cartier und Van Cleef & Arpels einer guten Nachfrage erfreute. Die stark auf Uhren ausgerichtete Swatch Group wird hingegen erst Ende Januar die nächsten Zahlen vorlegen, und zwar zum Geschäftsjahr 2026.
mk/hr