Zürich (awp) - Der Rückversicherer Swiss Re hat in den ersten neun Monaten des Jahres von weiterhin verhältnismässig geringen Grossschäden profitiert und vermeldet einen erneuten Gewinnanstieg. Den für 2026 geplanten Jahresgewinn hat der Finanzkonzern zu einem grossen Teil bereits erwirtschaftet.
Der Konzerngewinn belief sich für den Zeitraum von Januar bis September 2026 auf 4,2 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach, wie Swiss Re am Donnerstag mitteilte. Unterstützung bot dabei auch ein gutes Anlageergebnis.
Anhaltender Preisdruck
In der grössten Sparte, der Schaden-Rückversicherungssparte (P&C Re), machte sich allerdings das "wettbewerbsintensive Marktumfeld" mit dem anhaltenden Druck auf die Preise bemerkbar: Bei einem rückläufigen Versicherungsumsatz fiel der Spartengewinn unter dem Wert des Vorjahres aus (-6 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar).
Die Grossschäden aus Naturkatastrophen beliefen sich in den ersten neun Monaten auf 640 Millionen Dollar, dazu kamen "menschengemachte" Grossschäden von 301 Millionen Dollar. Ein grosser Teil der Katastrophenschäden entfiel auf das dritte Quartal, nicht zuletzt wegen den Erdbeben in Kolumbien und Japan: Alleine aus dem verheerenden Erdbeben in Kolumbien beliefen sich die Schäden auf 250 Millionen Dollar.
Milde Hurrikan-Saison
Auch die schweren Hagelereignisse in der Schweiz und in Nachbarstaaten von Ende August hinterliessen Spuren in der Bilanz: Wie hoch die Belastungen für Swiss Re ausfielen, wollte der Finanzchef Anders Malmström an einer Medienkonferenz allerdings nicht sagen. Für die gesamte Versicherungsindustrie belaufen sich die Schäden aus dem Schweizer Hagelsturm laut den öffentlichen Schätzungen auf mehr als 1,7 Milliarden Franken.
Einen milden Verlauf zeigt derweil die Hurrikan-Saison im Nordatlantik wegen des Wetterphänomens El Nino. Der letzte Hurrikan Isaias war im Oktober auf die US-Küste getroffen. Entscheidend sei allerdings jeweils nicht die Anzahl der Hurrikane - wichtig sei vor allem, wo ein solcher Sturm auf Land treffe, betonte Malmström.
Kostenprogramm auf dem Weg
Einen überraschend hohen Gewinn verzeichnete die Sparte Leben-Rückversicherung (L&H Re) (+43 Prozent auf 1,5 Milliarden). Im Vorjahr war der Spartengewinn allerdings noch wegen umfangreicher Bereinigungen in diversen Portefeuilles gedrückt worden. Swiss Re habe von günstigen Trends bei der Sterblichkeit in den USA profitiert, hiess es.
Derweil sieht sich der Rückversicherer mit seinem Kostenprogramm "auf gutem Weg": Weiterhin fokussiere man sich auf die Vereinfachung der Organisation und die Konzentration der Ressourcen auf Bereiche mit grossem Mehrwert. Wie bekannt, will Swiss Re die Betriebskosten bis 2028 um 500 Millionen Dollar senken.
Aktienrückkäufe im Fokus
Mit dem Ergebnis für die ersten neun Monate rückt auch das Jahresziel des Rückversicherers in Reichweite: Den angestrebten Gewinn für das Gesamtjahr von 4,5 Milliarden Dollar hat er nun bereits zu rund 92 Prozent eingespielt.
Für die Investoren rückt jetzt die Frage nach weiteren Kapitalrückführungen in den Fokus. Das derzeit laufende Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden ist laut Swiss Re "beinahe abgeschlossen". Angaben zu allfälligen neuen Aktienrückkäufen wird der Finanzkonzern wohl am Investorentag von Anfang Dezember machen.
Der Rückversicherungskonzern konnte mit dem Resultat die Erwartungen der Analysten klar übertreffen. Die Papiere steigen gegen 13 Uhr um 1,0 Prozent auf 157,70 Franken und knüpfen damit an ihren Aufwärtstrend der Vormonate an. Zwischenzeitlich markierten sie mit 158,10 Franken auch ein neues Jahreshoch.
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